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KESCHTNRIGGL, WAS IST DAS DENN? - SÜDTIROL 2019 - Teil 1: DER KATZENTHALERHOF

Andrea | 30.10.2019 | |

 

DER NATUR FOLGEN UND EDELKASTANIEN GENUSSVOLL ERLEBEN.

Die Fotoreportage in der Fotoreportage. Die Idee dazu wurde vor drei Jahren geboren. Zusammen mit Cornelia und Hanspeter Reiterer. Auf dem damals noch nicht umgebauten Katzenthalerhof in Lana. Der liegt auf einer luftigen Anhöhe mit Panoramablick genau gegenüber von Meran im Südtiroler Etschtal. Wir wollen in Wort und Bild über dieses traumhafte, feine Hotel in neuem Look und gleichzeitig über Edelkastanien (sag in Südtirol niemals "Maroni"! Das ist italienisch!) berichten - und darüber, was man so alles aus ihnen machen kann. Wir danken den beiden "Katzen" an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich, dass sie uns die wirklich tollen "Kastanienkontakte" zu den von uns besuchten regionalen Unternehmen geknüpft haben. Zum Abschluss gibt es dann noch ein paar besonders schöne An- bzw. Aussichten auf die Dolomiten. Das muss jetzt einfach sein. Besucht haben wir Südtirol dieses Mal Anfang Oktober. Wettertechnisch hatten wir (fast) durchgehend Glück. Sonne, blauer Himmel und Wolken. Aber fangen wir vorne an.

 

DER KATZENTHALERHOF VON LANA

DIE LAGE

Tja, was soll man dazu eigentlich sagen bzw. besser schreiben: Südtirol ist einzigartig. Und ebenso ist auch die traumhafte und ruhige Lage dieses feinen Garni Hotels im Meraner Land inmitten von Obstwiesen, Weingärten und Kastanienwäldern. Es befindet sich etwas oberhalb von Lana auf einem Berghang und ist gut mit dem Auto zu erreichen. Der Katzenthalerhof lässt uns nachts bei absoluter Stille schlafen und morgens bei Vogelgezwitscher aufwachen. Ein Genuss, hier sein zu dürfen. Das Hotel ist - wenn man nicht im Hotel relaxen möchte - ein idealer Ausgangspunkt für einen Aktivurlaub, ob zu Fuss, mit dem Fahrrad, dem Motorrad oder Auto. Das Ortszentrum von Lana erreicht man leicht zu Fuß in rund 10 Minuten.

Lana selbst mit zahlreichen Kulturveranstaltungen für Jung und Alt befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Meran und am Eingang zum Ultental sowie unterhalb des Vigiljochs. Je nach Jahreszeit oder Monat bietet das Dorf eine große Auswahl an Unterhaltungsmöglichkeiten wie die Blütenfesttage im April, die Wildkräuterwochen und Mountainbike-Camps im Mai, das internationale Volleyballturnier, die Langen Donnerstage im Sommer, das Naturbad Gargazon, Freilichtspiele, Kürbistage, LanaPhil, im Oktober Keschtnriggl (Kastanientage in Völlan) und für die Kleinen den Kindersommer. Golf spielen in der Umgebung? Kein Problem.

Wir haben apropos Essengehen am Anfang bereits einen kleinen (Geheim)Tipp: Direkt vom Katzenthalerhof aus nur 1 km auf dem Brandiswaalweg zum Restaurant "Waalrast" wandern und dort die wirklich abwechslungsreiche Menükarte mit täglich wechselnden Spezialgerichten studieren und ausprobieren: Pusterer Schlutzkrapfen, Speck auf ́n Brettl (hausgemacht), Kaiserschmarren mit Preiselbeeren. Es schmeckt dort echt gut, die Preise sind moderat und das Personal sehr freundlich. Abends ist das Restaurant in herzlich-gemütlicher Atmosphäre mit überdachter Terrasse und großen Fenstern bis 23.00 Uhr geöffnet.

RESTAURANT WAALRAST, Familie Roland Unterholzner
Brandis-Waalweg, I-539011 Lana bei Meran, Südtirol/Italien
tel.: +39 0473 561270
web: www.waalrast.com
email: info@waalrast.com

 

DIE HOTELHISTORIE, DAS FARBKONZEPT & DER STIL

Wir erfahren von Hanspeter, dass bis 1979 der Katzenthalerhof ein reiner Bauernhof war. Von hier an wurde aber alles anders, es wurde daraus ein Hotel und die ersten Gäste wurden empfangen. In echt superkurzer Zeit haben Cornelia und Hanspeter den gesamten Gebäudekomplex außen und innen komplett neu gestaltet, umgebaut, modernisiert und neu eingerichtet. Das war erst vor kurzem und jetzt erstrahlt der Katzenthalerhof in neuem Glanz. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung, Ihr Beiden! Das habt Ihr wirklich gut gemacht.

Vor allen Dingen finden wir auch das gewählte Farbkonzept und den auserlesenen Designstil ganz besonders gelungen. Hier trifft kreativ-modernes Ambiente das Urige. Das muss man erstmal so hinbekommen. Fast alles ist in den Farben Schwarz, Weiß, Anthrazit-Grau, Senf, Gold, Dunkel- und Hellbraun gehalten. Sehr harmonisch und gut aufeinander abgestimmt. Dazwischen immer wieder einzelne farbige Designelemente wie z.B. die pink-grünfarbene Klassik-Chaiselongue im Foyer oder das knallblaue Samtsofa in unserem Zimmer. Genial übrigens der 300 Jahre alte, riesige ausgehöhlte Kastanienbaumstamm als Rezeption. Überall gibt es berührungslose Türöffner und versteckte Bewegungsmelder, die das Leben eines Hotelgastes sehr angenehm machen.

 

DIE ZIMMER & CO.

Alle Zimmer, Suiten und Ferienwohnungen sind individuell und mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet. Kein Raum gleicht dem anderen. Alles, was das Herz begehrt, findet man hier. Wir fühlen uns von Anfang an dort pudelwohl. Für Duschfans gibt es eine Regendusche und für Badefans eine Badetasche mit kuscheligem Bademantel, Badetuch und Badeslipper. Wer mag freistehende Badewannen und Infrarotsaunas? Auch das wird in einer hübschen Suite angeboten. Für die entspannungsfreudigen Menschen mit Ruhe-Sehnsucht findet man ein angenehmes, beheiztes Hallenbad mit Infrarotsauna und Blick auf die Apfelplantagen und Weinberge. Oben drüber, auf dem großzügig gestalteten Hoteldach mit Panoramaterrasse, kann man sich an Outdoor-Fitnessgeräten bei frischer Luft und Blick über das Burggrafenamt austoben. Oder nur ein gutes Buch in den Liegestühlen lesen und die Sonne genießen. Ansonsten ist echt für alle Platz da. Es stehen Parkplätze draußen, aber auch in einer großen Garage kostenlos zur Verfügung. Inklusive Gratis-Aufladen an einer Station für Elektroautos.

 

DAS FRÜHSTÜCK

Die Eingangstür schiebt sich geräuschlos zur Seite. Hanspeter begrüßt die Gäste mit einem Gläschen Sekt und kümmert sich von nun an rührend um sie, während sie frühstücken. Wir jedenfalls bestaunen zunächst den Panorama-Frühstücksraum, der wohl das Herzstück im Katzenthalerhof darstellt: Moderne und Nostalgie sind harmonisch vereint und schaffen einen Wohlfühlfaktor, der es in sich hat. Plus eine faszinierende Aussicht ins Meraner Land und ein abwechslungsreiches Frühstücksbuffet mit reichhaltigster Auswahl an einheimischen Produkten. Und mit einem riesigen Angebot von Cornelias und Hanspeters selbstgemachten Spezialitäten wie Obstsäften, phantasievoll gemischten Marmeladen und Südtiroler Speck. Sonntagmorgens als i-Tüpfelchen wird auch noch sehr leckerer norwegischer Lachs aus besonderer Produktion serviert. Guten Appetit! Uns schmeckt es hervorragend und wir lassen uns Zeit bei dampfenden Kaffee und frischen Brötchen.

 

GANZ SCHÖN TIERISCH

Cornelia erlaubt uns, mit ihr auf die hauseigene Pferdekoppel zu gehen. Dort treffen wir Hajta, Paprika und Princess, die offensichtlich ihr Leben dort sehr genießen. Sie sind total verspielt und Matthias wird minutenlang und immer wieder von oben bis unten von Pferdezungen abgeleckt. Unglaublich, aber wahr! Andrea erfreut sich kurze Zeit drauf mit ihrer Kamera an verschiedenartigen Hühnern und farbigen Zierenten, Hahn Billi und Goldfasanen, die gar nicht so einfach zu fotografieren sind. Und als Höhepunkt der tierischen Fotosession an diesem Tag dürfen wir kleine, süsse, nicht stinkende Minischweine von ganz nah sehen und anfassen. Sie haben tatsächlich etwas Besonderes und schmatzen echt superlaut beim Fressen. Alle haben natürlich Namen und heißen Mary, Lou, Xena, Rosalie, Clara und Heidi. Und dann gibt es in den Kastanienhainen des Hofes noch acht Quessant-Schafböcke, die echt ganz schön aussehen. Wie man auf der Webseite des Hotels lesen kann, tragen sie gerne Rangkämpfe aus und - wenn sie noch Zeit finden - arbeiten sie als Wald- und Wiesenpfleger.

 

GEBRATENE KASTANIEN & KASTANIENMARMELADE

Bei Reiterers vom Katzenthalerhof findet montagabends immer ein geselliges Beisammensein im historisch-gemütlichen Weinkeller des Hotels statt. Dort wird dann (auf Kosten des Hauses) der eigene Rotwein (Vernatsch) serviert zusammen mit einem Vesperteller (wie man im Oberschwäbischen sagt), d.h. mit Speck (selbstgeräuchertem Schinken), Käse, Gewürzgurke, Tomaten, Butter und Schüttelbrot - und bester Stimmung natürlich. Dieses Mal startete das Event draußen "vor dem Tore" mit live über einem kleinen schwarzen Öfchen gebratenen Kastanien.

Der etwas in die Jahre gekommene Holzstiel der gußeisernen Bratpfanne geht zu Bruch, aber das hält Hanspeter nicht davon ab, die heißen Kastanien trotzdem hoch in die Luft zu werfen, um sie dann wieder gekonnt aufzufangen. Und wir sehen zum ersten Mal in unserem Leben ein "Keschtnriggl" und dürfen es auch gleich mal ausprobieren. Bewegungstechnisch erinnert es uns ein wenig an das Durchsägen eines Baumstammes. Aber Mehr zu diesem "Keschtnriggl" und wie es funktioniert etwas weiter unten in diesem Blog. Es kommen auf jeden Fall die typischen heißen Ess-Kastanien dabei heraus wie wir sie ja in Deutschland von vielen Weihnachtsmärkten her kennen. Nur schon (fast) perfekt von ihrer harten Schale befreit. Aber viel besser im Geschmack. Doch man darf nicht allzu viele davon naschen, sonst ist man schon vor dem Abendessen satt! By the way: Cornelia macht auch genial leckere Kastanienmarmelade selbst. Die gibt es dann jeweils zum ohnehin schon leckeren und abwechslungsreichen Frühstück zu futtern.

 

DER BLAUE SCHURZ - MEHR ALS NUR ARBEITSKLEIDUNG

Von Hanspeter bekommt jede/r von uns Beiden eine Art blaue Schürze geschenkt, die hier ganz viele Menschen bei der Arbeit tragen. Auch er tut das jeden Tag. Daher nachfolgend eine kurze Erklärung, was es mit diesem "blauen Schurz" auf sich hat:

"Ein Mann ohne Schurz ist nur halb angezogen" so heißt hier ein Sprichwort. Der blaue Schurz war und ist es zum Teil heute noch allgegenwärtig und für gar Manchen unverzichtbar, sagt man weiter. Es wird auch folgendermaßen beschrieben: "Am Tragen des blauen Schurzes erkennt man den deutschen oder ladinischen Mann Südtirols. Haar-, Haut- und Augenfarbe können trügen, der blaue Schurz aber kaum. Dieses einfache Kleidungsstück bildet neben Jangger (leichter Männerrock), Hut und Leibl den charakteristischen Teil der Südtiroler Werktagstracht."

Ursprünglich war der Schurz weiß, zunächst aus Leinen, gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Baumwolle verwendet. Der lange weiße Schurz, mit dem sich die Bauern nach dem Sonntagsgottesdienst auf dem Dorfplatz oder auf Märkten zeigten, war Ausdruck des Standesbewusstseins. Meist trug ihn nur der Bauer selbst, höchstens noch der Bauernknecht oder der Fütterer, nicht aber der kleine Knecht. Zwischen 1900 und 1950 wurde das weiße "Vortuch" (im Dialekt Fürtig oder Fürchta genannt) allmählich vom blauen Schurz abgelöst, der in Südtirol dann eine rasche Verbreitung fand. Der Schurz diente in erster Linie als Schutz- und Arbeitskleidung, die in jeder Alltagssituation getragen wurde . Daneben erfüllte er noch andere praktische Aufgaben: Als Sack, als Säkorb, als Schweiß- oder Handtuch, und nicht zuletzt diente das Schurzoberteil ("Pafer" oder "Brüstl") beim Gang zu den Ämtern und Behörden zum Verstauen von allerlei Papierkram. Die Schurzbänder waren keineswegs zufällig so lang. Riss eines, wurde es immer wieder zusammengeknüpft. Auch dienen sie oft dazu, die Hose oben zu halten. Auf größeren Höfen wurden die Schürzen von den Störschneidern (Schneider ohne eigene Werkstätte, der beim Kunden arbeitet), auf den kleineren von den Frauen am Hof genäht. So haben sich lokale Eigenarten erhalten, wie die Form des Oberteiles oder die Art, wie der Schurz gebunden wird.

Und was passiert, wenn der Hotelchef Hanspeter Reiterer mit einer Fotografin (Andrea D. aus Deutschland) zu lange Kastanien sortiert, sieht man ja hier....... :

 

Nun aber bitte wieder ganz seriös:

 

DIE HOTELANGEBOTE UND -PREISE

Neben hofeigenem Wein, selbst geräuchertem Speck, Homemade-Fruchtaufstrichen und -Obstsäften gibt es attraktive Last Minute-Angebote, einen Stammgästebonus und noch Vieles mehr. Und die Hotelpreise, die aus unserer Sicht bei all dem, was hier geboten wird, gehen absolut in Ordung. Besucht einfach mal die sehr gut gestaltete Webseite des Hotels. Dort erfahrt Ihr Alles, was Ihr braucht.

Wo und wie findet man dieses traumhafte Hotel nun eigentlich ganz genau in Südtirol?

 

GARNI HOTEL KATZENTHALERHOF, Cornelia und Hanspeter Reiterer
St. Margarethenweg 16, I-39011 Lana bei Meran, Südtirol/Italien
tel. +39 0473 56 21 81 und +39 0473 55 47 98
web: www.katzenthalerhof.com
email: info@katzenthalerhof.com


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