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KONTRASTE PUR - USA 2017 - Teil 6: Die (US)Amerikaner so wie sie sind

Andrea | 23.04.2017 | | USA

Es ist nicht ganz leicht, über dieses Thema - ohne allzu zu sehr politisch zu werden oder zu werten - zu berichten. Aber es muß einfach sein, denn es gibt eine Menge dazu zu sagen.  Bitte nicht mißverstehen. Es ist nur der persönliche, rein subjektive Eindruck. Trotzdem nur in aller Kürze:

Das, was auffiel, ist der wirklich krasse Gegensatz von Reich und Arm. Besonders schlimm war es in San Diego. Diese Stadt strahlte eine unendliche Traurigkeit aus, das bunte und warme Leben schien aus ihr gewichen zu sein. Alle 200 m saßen oder lagen obdachlose junge und alte Menschen auf Gehsteigen und an Straßenecken. Dasselbe Bild zeigte sich aber auch in anderen Städten.

Hemmungslos dick mit einem strohbehalmten 1-Liter-Colabecher in der Hand - egal, ob jung oder älter. Viele Menschen hatten eine Gehbehinderung, Rollstühle sind keine Seltenheit. Die "Qualität" des immer gleichen kalorienhaltigen und fetten Essens tat ihr Bestes dazu, ein funktionierendes und bezahlbares Gesundheitssystem in diesem Land gar nicht entstehen zu lassen.

Hunderttausende von Autos bevölkerten die Straßen. Monster-Trucks, riesige Toyota-Pickups, schnittige Sportwagen in Hochglanz. Für Viele scheinbar DAS Prestigeobjekt überhaupt. Richtige Kleinwagen gabs nur wenige. Ein Smartphone besaß offensichtlich Jeder, plus die Kinder. Aber auch der allerletzte Heimatlose. Fehlten eigentlich nur noch die Babies mit dem iPhone 7. Männer mit Pistolen, offen am Gürtel getragen, sieht man auch. Der Modegeschmack schien auch etwas ganz Sonderliches zu sein. Vor allem am Samstagabend gab es in bezug auf Stretch-Miniröcke und deren "Länge" echt keine Grenzen mehr. Auch hier spielte das Alter und der Körperumfang keine Rolle.

Ach ja, noch eines: Immer dieselben Fragen an uns. "Where do you come from? Oh Germany! Which part?" Wenn Du dann nachfragtest, wo Germany überhaupt liegt, kam meist ein Axelzucken und auf die Frage, wo Süddeutschland ist, kannte man oft nur drei Städtenamen: Berlin, Heidelberg und München.

 

Und dann gab es noch die heutigen "Indianer". Die eigentlichen "Ur-Einwohner" von (US-)Amerika. Durch Verträge zum Ende des 19. Jahrhunderts gebunden an die sog. "Reservate", die man mal mehr, mal weniger in den Bundesstaaten immer wieder durchquert. Zwei Namen sind bei uns hängengeblieben: Die sehr geschäftstüchtigen Navajo. Sie haben uns Tickets für die beiden Antelope Canyons bei Page von mehr als 150 USD pro Person bezahlen lassen. Und die anderen hatten uns an ein Lied von PUR erinnert: Die Schoschonen. Der zugehörige Ort, der übrigens vollständig einer Siedlerfamilie Charles Brown gehört, aus etwa 10 Häusern bestand und am Rande des Death Valley zu finden ist, hieß Shoshone.


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